[ Ausgabe 1 : Vorwort zur Ausgabe 1/2010 ]
In ihrem neuen Atlas der Globalisierung beschreibt die internationale Monatszeitschrift "Le Monde diplomatique" umfassend den Zustand unseres Planeten. Aktuell, fundiert und kritisch informiert er über die Folgen der aktuellen Finanzkrise, geopolitische Veränderungen, ungelöste Konflikte und die Zukunft unserer Energieversorgung.
2003, 2006, 2009 – alle drei Jahre gibt die angesehene Zeitschrift "Le Monde diplomatique" einen neuen Globalisierungs-Atlas heraus. Die im letzten Oktober erschienene Ausgabe umfasst sechs Kapitel auf gut 200 Seiten:
· Neue Weltkunde
· Kapitalismus in der Krise
· Die Zukunft der Energie
· Viele Hauptstädte, viele Ansichten
· Kompliziertes Afrika
· Ungelöste Konflikte.

In seinem Vorwort stellt Serge Halimi, Direktor der in Paris ansässigen "Le Monde diplomatique", heraus, dass die Weltfinanzkrise "mit ihrer zerstörerischen Kraft...unserem wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Modell den Spiegel vor(hält)", das "der Atlas der Globalisierung in all seinen Facetten und Auswirkungen" darstellen möchte. Die "größte Wirtschaftskrise seit 1929 wird vieles verändern", erkläre aber nicht alles. Die Kriege im Nahen Osten und in Afghanistan, die Konflikte im Iran und im Kaukasus hätten - auch ohne Bezug zur Finanzkrise - "eine enorme destabilisierende Wirkung in einer Welt, die noch nicht weiß, ob die sich abzeichnenden Risse ins schwarze Loch des Chaos oder auf die Baustelle einer neuen Ordnung führen werden."
Bekannte Autoren wie Joseph Stiglitz, 2001 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geehrt, der Mitbegründer von Attac Deutschland und Europaparlamentarier der Grünen, Sven Giegold, taz-Korrespondentin Bettina Gaus und Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, verfassten knappe Einleitungen zu den oben genannten Themenschwerpunkten. Unter diesen Überschriften findet der Leser auf jeweils einer Doppelseite insgesamt rund 90 redaktionelle Einzelbeiträge.
Um die große Bandbreite der Artikel deutlich zu machen, sei ein Beispiel pro Kapitel erwähnt: "Fundamentalisten sind überall", "Krisen und wer dafür bezahlt", "Neue Märchen von der Atomkraft", "Die Arktis, letzte Grenze der Globalisierung", "Unstaaten am Horn von Afrika" und "Sri Lanka: Kein Frieden nach dem Sieg". 300 aussagekräftige Karten, Schaubilder und Statistiken illustrieren den Atlas und zeichnen ein klares Bild von Regionen, Märkten und Entwicklungen. Wem diese Informationen nicht genügen, kann gezielt auf sorgfältig ausgewählte Internetadressen zugreifen.

Was kennzeichnet die Ausgabe 2009 des "Atlas der Globalisierung"? Die Autoren ergreifen durchgängig Partei für diejenigen, die in den Industriestaaten, Schwellenländern und vor allem in den ärmsten Regionen der Erde die Zeche für die Folgen der Finanzkrise und der ungerechten Verteilung von Lebenschancen, Wohlstand und Ressourcen zahlen. Sie werfen einen kritischen Blick hinter die herrschenden Verhältnisse, widmen sich Regionen, die in unseren Nachrichten kaum Erwähnung finden, stellen unerwartete Fragen, präsentieren oft überraschende Antworten, benennen Handlungsalternativen und neue Lösungsansätze.
Der "Atlas der Globalisierung" wird in zwei Ausführungen angeboten: Einer Paperback-Version für 13 Euro und einer "Gebundenen Luxusausgabe" mit herausnehmbarer Weltkarte und CD-ROM für 23 Euro. Wer auch nur gelegentlich zu einem der im Atlas angebotenen Themen referiert, sollte zur besser ausgestattenen Ausgabe greifen, da z. B. die Karten von der CD gedruckt oder mit Beamer dargestellt werden können. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis ist möglich.
Die ersten beiden Atlanten zur Globalisierung von 2003 und 2006 wurden nach Verlagsangaben über 266.000 mal verkauft. Die neue Ausgabe dürfte an diesen Erfolg anschließen – und das vollkommen zu Recht.
Atlas der Globalisierung 2009, herausgegeben von Alain Gresh u. a. für Le Monde diplomatique/taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Berlin 2009, 216 Seiten, mit Festeinband, CD-ROM und herausnehmbarer Karte ISBN 978-3-937683-25-6, 23 Euro, oder als Paperback, ISBN 978-3-937683-24-9, 13 Euro.