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[ Ausgabe 1 : Vorwort zur Ausgabe 1/2010 ]

"Informiert euch, seid wachsam und mischt euch ein!"

Über 200.000 Besucher bei Ausstellung zum Rechtsradikalismus in Bayern

Seit fast vier Jahren klärt das BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung mit einer eigenen Ausstellung über die rechtsextreme Szene im Freistaat auf und ermutigt zum demokratischen Engagement. Vor kurzem wurde sie zum 250. Mal gezeigt.

Steigende Zahlen bei Straf- und Gewalttaten, Erfolge rechtsradikaler Parteien bei Landtags- und Kommunalwahlen und die Akzeptanz ausländerfeindlicher und anderer extremer Aussagen in nennenswerten Teilen der Bevölkerung machen deutlich: Gesellschaft und Politik stehen vor einer ernst zu nehmenden Herausforderung durch den Rechtsradikalismus. Doch Realität ist auch: Die offensive Auseinandersetzung mit der Ideologie und dem Menschenbild der extremen Rechten ist erfolgreich und breite demokratische Bündnisse graben den neonazistischen Rattenfängern das Wasser ab.

Zivilgesellschaftliches Engagement für eine starke Demokratie


Die braunen Aktivisten versuchen mit verschiedenen Strategien, gesellschaftliche Akzeptanz und politischen Einfluss zu gewinnen. Längst setzen die Rechtsradikalen dabei nicht mehr nur auf dumpfe Parolen, sondern versuchen mit modernen Internet-Auftritten und in Musik verpackten Botschaften Anhänger für ihre verfassungsfeindlichen Vorstellungen zu gewinnen. Jugendliche sind ein bevorzugtes Objekt der rechtsextremistischen Agitatoren. Sie versuchen, einen braunen "Life-Style", eine rechte Jugendkultur zu etablieren. Die Rechten geben gerne den netten "Neonazi von nebenan", verteilen CDs vor Schulen und laden zu kostenlosen Jugendfreizeiten und Nachhilfestunden ein.

Die Ausstellung im Gymnasium Landau an der Isar
Die Ausstellung im Gymnasium Landau an der Isar

"Wir möchten vor allem Jugendliche und Personen, die mit jungen Menschen zusammen arbeiten, über den Rechtsradikalismus aufklären und zeigen, dass wir gemeinsam erfolgreich dagegen vorgehen können", erläutert Horst Schmidt vom BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in München den Sinn des erfolgreichen Projekts. Der Historiker hat die Ausstellung "Rechtsradikalismus in Bayern. Demokratie stärken, Rechtsradikalismus bekämpfen" gemeinsam mit Annemarie Dengg und dem Regensburger Theologen Dr. Andreas Angerstorfer vor einigen Jahren entwickelt und Ende 2008 aktualisiert.

Die Ausstellung hat über 200.000 Menschen in ganz Bayern erreicht


Seit Februar 2006 zeigt das BayernForum die Ausstellung in Schulen, Jugendzentren, Rathäusern und Landratsämtern, Gedenkstätten, Sparkassen und außerschulischen Bildungseinrichtungen - in Ostbayern in enger Kooperation mit dem Regensburger Regionalbüro der FES. Über 200.000 Besucher, überwiegend Jugendliche, haben sich an jetzt schon 260 bayerischen Orten über das Thema informiert. Zusätzlich zu den Eröffnungsveranstaltungen und Führungen fanden zahlreiche Begleitseminare und Podiumsdiskussionen statt. Sehr oft und gerne ist der Rechtsextremismus-Experte Andreas Angerstorfer vor Ort, um sein Wissen weiter zu geben. Sein Appell, gerade an das jüngere Publikum: "Informiert euch, seid wachsam und mischt euch ein!"

Ziel der Ausstellung ist die Information über Strukturen und Strategien des Rechtsextremismus. Sie zeigt auf elf Schaubildern die aktuellen rechtsradikalen Entwicklungen in Bayern, vor allem zu den Stichworten: Parteien, regionale Vernetzungen, Freie Kameradschaften, Neue Rechte, Frauen-Szene, Internet und Vorfälle. Besondere Akzente werden auf die rechte Jugend-Szene, die Bedeutung rechtsextremer Musik, von Symbolen, Codes und Moden im neonazistischen Spektrum gelegt.

Wie können wir für die Demokratie aktiv werden?
Wie können wir für die Demokratie aktiv werden?

Auf weiteren vier Tafeln stellen die Ausstellungsmacher unter der Überschrift "Was dagegen tun?" verschiedene Formen, Aktionen und Initiativen vor, die sich für die Abwehr des Rechtsextremismus engagieren und gleichzeitig demokratisches Bewusstsein und die Bereitschaft zum zivilgesellschaftlichen Engagement wecken wollen. Einen guten Einblick in das Projekt vermitteln Berichte des Bayerischen Fernsehens vom 23. September 2008 aus Cham und der Regionalsender OTV vom 27. Mai 2009 bei der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg und InnSalzach24 vom 9. Oktober 2009 in Waldkraiburg.

Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus ist ein Arbeitsschwerpunkt der FES


Das BayernForum informiert auf seinen Internet-Seiten über die Ausstellung Rechtsradikalismus in Bayern, präsentiert einen Flyer und gibt Auskunft über die Verleihbedingungen. Die bayerische Ausstellung war Modell für ähnlich konzipierte Informationsangebote der Friedrich-Ebert-Stiftung für Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Über das Portal Projekt gegen Rechtsextremismus der FES können Interessierte nach Veranstaltungen zum Thema suchen und eine ganze Reihe von Handbüchern, Studien, Materialien und Dokumentationen herunter laden, wahlweise auch in gedruckter Form bestellen.

Ausstellung "Rechtsradikalismus in Bayern"
BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, Horst Schmidt M.A.,
Prielmayerstr. 3
D-80335 München
Tel. 089/51 55 52 40
Fax 089/51 55 52 44
E-mail
Internet.


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